Alchemica in den Verlagen de Bry und Jennis

Unterprojekt von Juschka Lioba Mattes
 

Zwei calvinistische Verleger aus Frankfurt am Main sind für einen Großteil der um 1600 gedruckten (Al-)Chemica verantwortlich: Johann Theodor de Bry und Lucas Jennis. In ihrem Verlagsprogramm finden sich medizinisch-naturphilosophische Texte des Paracelsus neben Rosenkreuzerschriften, die Texte des Basilius Valentinus und Schriften von Michael Maier, dem Leibarzt und Hofalchemisten des Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel. Auffällig ist, dass die verlegten Titel drucktechnisch sehr aufwändig gestaltete (al-)chemische Kunstwerke darstellen, bei denen die Vermittlung des (al-)chemischen Sachwissens nur eine untergeordnete Rolle zu spielen scheint. Einige der verlegten Werke, wie beispielsweise die Atalanta Fugiens von Michael Maier, enthalten prachtvoll illustrierte und teils Matthäus Merian zugeschriebene Kupferstiche. Beide Verleger wie auch einige der von ihnen verlegten Autoren stehen in Kontakt mit Moritz dem Gelehrten, der am Kasseler Hof verschiedenste Künstler und Wissenschaftler um sich versammelte und die Suche nach dem Stein der Weisen mit erheblichem Aufwand betrieb. Er selbst und seine Nachkommen tauchen in den von de Bry und Jennis verlegten Werken häufig als Widmungsempfänger auf. Ziel des Unterprojektes ist es, die Art des (al-)chemischen Schrifttums zu untersuchen, das de Bry und Jennis um 1600 verlegt haben und herauszuarbeiten, welche Kriterien für die Auswahl dieser Texte in das Verlagsprogramm ausschlaggebend waren. Dieses Verlagsprogramm gilt es dann zweitens innerhalb des Netzwerkes von Verlegern, Autoren, Kupferstechern, Druckern, Widmungsempfängern und weiteren Beiträgern zu verorten.