Kopfkrankheiten in den Libri medicinales des Aetius von Amida

Unterprojekt von Ricarda Gäbel

 
Die Libri medicinales des Aetius von Amida sind eine sechzehn Bücher umfassende Kompilation, die sich mit nahezu allen wichtigen medizinischen Themengebieten beschäftigt. Aetius hat dabei aus dem großen Schatz an medizinischem Wissen geschöpft und die für seine Zwecke passenden Texte früherer Gelehrter in seine Kompilation aufgenommen. Dabei hat er diese Texte keineswegs blind kopiert, sondern verändert, ergänzt und neu strukturiert. 

Dieses Unterprojekt beschäftigt sich mit dem sechsten Buch der Libri medicinales, das den Kopfkrankheiten gewidmet ist. Es enthält Kapitel zu Krankheiten des Gehirns, sowie der Haare, der Ohren und der Nase. Der Abschnitt über die Gehirnerkrankungen beinhaltet auch die Diskussion von Krankheiten, die mentale Vermögen beeinträchtigen, wie beispielsweise Phrenitis, Lethargie, Melancholie oder Manie. Im Rahmen dieses Projektes werden die Kapitel zu den „Geisteskrankheiten“ ins Englische übersetzt sowie ausführlich kommentiert. Da das sechste Buch bislang noch nie in eine moderne Sprache übersetzt, geschweige denn kommentiert oder analysiert wurde, widmet sich das Projekt einem Desiderat. Es bietet dabei einerseits eine sorgfältige Analyse der Arbeitsweise und Kompilationstechnik des Aetius und versucht andererseits einen Beitrag zur Erforschung der Stellung der Geisteskrankheiten in der Spätantike zu leisten.