Geschichte in Anekdoten. Was soll man über Roms Kaiser (nicht) wissen? Sueton, De vita Caesarum

Unterprojekt von Sophie Buddenhagen


Ein besonderes Augenmerk öffentlichkeitswirksamer Selbst- und Fremddarstellungen römischer Politiker liegt von jeher auf der Vermengung von öffentlichem und privatem Leben und Wirken (vor allem in Augustus´ Schrift De vita sua). In der Tradition des Augustus haben auch die nachfolgenden Regenten Biographien verfasst oder verfassen lassen. Ein Großteil davon ist in die um 122 nach Christus unter der Regentschaft des Kaisers Hadrian entstandenen zwölf Lebensläufe umfassenden Kaiserbiographien des Sueton eingeflossen. Dieses Unterprojekt verhandelt die in generischer Hinsicht politische Biographie und Geschichtsschreibung verbindenden Kaiserbiographien mit spezifischen Fragestellungen zur öffentlichkeitswirksamen Dimension anekdotischen Wissenstransfers. Zu finden sind sowohl Panegyrik als auch das genaue Gegenteil: die Diskreditierung bestimmter Herrscherpersönlichkeiten (z.B. Claudius), und zwar vorzugsweise mithilfe von Anekdoten, in denen der Mangel an Wissen und die Unbeholfenheit der Betroffenen aufgezeigt werden. Hierbei stellt sich die Frage, nach welchen Kriterien Sueton seine biographischen Anekdoten gestaltet, und welchen Stellenwert dabei im einzelnen Wissen und Können der Protagonisten einnehmen.