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Kanon und Gedächtnis. Konfuzianische Klassiker in konfuzianischen Akademien

Unterprojekt von Dr. Vladimir Glomb


Obwohl sich das Ausbildungscurriculum konfuzianischer Akademien auf der Exegese konfuzianischer Klassiker begründete, sind die Wandlungsprozesse dieser Exegese, zwar auf allgemeiner Ebene erschlossen, aber für individuelle Akademien in unterschiedlichen Zeitperioden noch nicht bekannt. Transformationen der Akademieexamina, Vorlesungen und Diskussionen versprechen konkrete Einblicke zur Identifikation von Protokollstrategien, aufgrund derer Kenntnis und Talent der Akademiemitglieder geprüft, sanktioniert und abgelehnt wurde. Das Spannungsfeld zwischen philologischen Praktiken (textuelle Exegese der Klassiker) und philosophischen und ideologischen Ansprüchen der Akademie-Autoritäten (neue Denkströmungen, Traditionsumwandlungen, Stile) brachte Wandlungen im verhandelten Wissen hervor. Das Unterprojekt untersucht Wissenstransfer anhand konkreter Examens- und Vorlesungsprotokolle aus philologischer und philosophischer Perspektive mit einem speziellen Fokus auf das Zusammenspiel zwischen der erforderlichen Kenntnis der Sprache der Klassiker (Chinesisch) und der in den Akademien genutzten Umgangssprache (Koreanisch).