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Gelehrte, Schulen, Schreine: Autorität und Wissensnetzwerke im koreanischen Konfuzianismus

Unterprojekt von Dr. Vladimir Glomb

 
Das Konzept der konfuzianischen Akademien verbreitete sich in beispiellosem Maße im Korea der Chosŏn-Dynastie. Nach der Gründung der ersten Akademie um 1540 brauchte es nur wenige Jahrzehnte, um umfassende Netzwerke von hunderten Akademien und Schreinen zu errichten, die als Basis für konkurrierenden Fraktionen von koreanischen Gelehrten dienten. Trotz aller obligatorischen Verweise auf das kanonische chinesische Modell, repräsentiert durch das intellektuelle Vermächtnis Zhu Xis sowie seiner Weißhirschhöhlen-Akademie, zeigten koreanische Akademien eine bemerkenswerte Diversität in Curriculum, religiösen Tätigkeiten oder sozialem Hintergrund.
Ziel dieses Unterprojekts ist die Untersuchung der epistemischen Prozesse hinter Akkommodation, Wettbewerb, Überlagerung oder Konflikt zwischen Akademien, staatlichen Institutionen und Gelehrtengemeinschaften. Das Projekt befasst sich mit Nutzen und Nachteilen der Akademie-Ausbildung im Gegensatz zum staatlichen Bildungssystem oder direktem Wissenstransfer in Meister-Schüler-Beziehungen, der Bedeutung der Kulte im Kontrast zum offiziellen konfuzianischen Pantheon und dem zahlreichen lokalen Schreinen sowie dem Beitrag der Akademien zur intellektuellen Debatte im Korea des 16. und 17. Jahrhunderts.