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Dina Aboul Fotouh Hussein Salama im Rahmen des Dahlem Junior Host Program zu Gast im SFB 980

News vom 31.08.2017

Seit 2016 fördert das Dahlem Humanities Center im Rahmen des Dahlem Junior Host Program Geisteswissenschaftler/-innen der Freien Universität Berlin als Gastgeber/-innen von Gastwissenschaftler/-innen aus dem In- und Ausland. Das Programm ermöglicht jüngeren Forscher/-innen, für einen Zeitraum von in der Regel bis zu 8 Wochen externe Wissenschaftler/-innen an die Freie Universität Berlin einzu­la­den, deren Arbeit für ihr Forschungsprojekt zentral ist.

Falk Quenstedt, Mitarbeiter des SFB-Teilprojekts „Das Wunderbare als Konfiguration des Wissens in der Literatur des Mittelalters“ (Leitung: Prof. Dr. Jutta Eming) hat sich erfolgreich beworben und durfte Dina Aboul Fotouh Hussein Salama, Professorin für German Medieval Literature an der Universität Kairo an die Freie Universität  einladen.

Dina Salama und Falk Quenstedt widmen sich beide in ihrer Forschung dem Vergleich zwischen der arabischen und der deutschen Literatur des Mittelalters sowie Fragen der Transkulturalität, insbesondere mit Blick auf den Mittelmeerraum als einer Zone des Austauschs. Dina Salama ist Professorin für Deutsche Literatur des Mittelalters an der Universität Kairo in Ägypten und hat sich in ihren Arbeiten immer wieder komparatistisch mit verschiedenen Texten und Gattungen der arabischen und der deutschen Literatur auseinandergesetzt. Falk Quenstedt ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Teilprojekt B02 „Das Wunderbare als Konfiguration des Wissens in der Literatur des Mittelalters“ (Leitung: Jutta Eming) im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 980 „Episteme in Bewegung“. In seinem Dissertationsprojekt untersucht er ein ‚Wissen vom Orient’, wie es in ähnlicher Weise in arabischen und mittelhochdeutschen Reiseerzählungen erscheint.

Dina Salama und Falk Quenstedt haben zu den gleichen Texten, wie etwa dem Herzog Ernst, geforscht und dabei beide Impulse der transcultural studies für ihre Forschung aufgriffen. Der Gastaufenthalt wird zunächst einem Austausch über das Projekt von Falk Quenstedt dienen, wobei theoretische Annahmen und vorläufige Ergebnisse im Mittelpunkt stehen werden. Darüber hinaus ist die Vorbereitung einer gemeinsamen Veröffentlichung zum Guoten Gêrhart Rudolfs von Ems geplant: Der Text, der in einigen Aspekten dem Herzog Ernst ähnelt, erzählt von der Handelsreise eines deutschen Kaufmanns, die ihn u.a. in eine reiche ‚orientalische’ Stadt führt, wo er freundlichen Kontakt mit einem ortsansässigen Händler pflegt, schließlich aber auch christliche Sklaven freikauft. Der Guote Gêrhart bietet viele Möglichkeiten, historische literarische Verhandlungen von Transkulturalität innerhalb eines mediterranen Settings zu untersuchen. Schließlich dient das gemeinsame Projekt auch der Planung zukünftiger Kooperationen, wie etwa der eines Panels im Rahmen einer internationalen Konferenz zu transkulturellen Perspektiven in der Germanistik.

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