Forschungspraktikum im SFB-Teilprojekt "Kosmologische Wissensformationen der Vormoderne: Tradierung und Wandel in diachroner und transkultureller Perspektive"

Das Angebot richtet sich an Studierende der M.A.-Studiengänge Geschichtswiss. (Alte, Spätantike, Mittelalterliche, Frühneuzeitliche Geschichte), Klass. Philologie, Philosophie, Arabistik u. Kulturwiss.; an Studierende des B.A. Latinistik. Bewerbungsschluss: 09.05.2014

SemesterSoSe 2014
Veranstaltungsumfang6 SWS
Beginn29.04.2014
Ende19.07.2014

Forschungsheuristiken (Forschungspraktikum)

 

Freie Universität Berlin, FB Philosophie & Geisteswissenschaften, SFB 980 "Episteme in Bewegung" im Verbund mit dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte (MPI WG) 

Modulverantwortliche/er: Johanna Biank (Wiss. Mitarbeiterin), Prof. Dr. Jürgen Renn (Teilprojektleiter)

Zugangsvoraussetzungen: M.A. Student/in der Geschichtswissenschaft (Alte, Spätantike, Mittelalterliche, Frühneuzeitliche Geschichte), Klassische Philologie, Philosophie, Arabistik, Kulturwissenschaften; B.A: Latinistik; Lateinkenntnisse sind erwünscht, andere Sprachkenntnisse sind willkommen.

Qualifikationsziele: Die Studentinnen und Studenten besitzen Erfahrungen in der Forschungspraxis. Sie haben Kompetenzen im Gebiet der Paläographie und der Kodikologie, sowie der Methoden und Theorien der Geschichtswissenschaft und der Wissenschaftsgeschichte. Die Studentin oder der Student ist in der Lage, thematische und methodische Strömungen der aktuellen Forschung zu erkennen und zu analysieren. Sie/er kann selbständig mit Originalquellen arbeiten und sie auf eine Fragestellung hin analysieren. Die Studierenden besitzen überfachliche, interdisziplinäre Kompetenzen im Hinblick auf eine Tätigkeit im Wissenschaftsbereich.

Inhalt: Das Teilprojekts B06 des SFB 980, in dem das Praktikum angesiedelt ist, beschäftigt sich mit der Tradition und Transformation von Lehrbüchern der sphärischen Astronomie im 14. bis 16. Jh. Konkret werden die Transferbewegungen und Rekontextualisierungen von überlieferten (antiken) Wissensbeständen am Beispiel der Kommentare zu Pseudo-Proclus’ Werk Σφαῖρα und Sacroboscos Traktat De Sphaera sowie die Wirkung von lateinischen Texten arabischen Ursprungs in der technischen Astronomie der Renaissance untersucht.

Zur Erforschung der räumlichen und zeitlichen Verbreitung der Sphaera-Texte erarbeiten wir eine Datenbank der Drucke und Handschriften. Die/der Praktikant/in wird einige Vorworte und Kommentare im Original auf Schlüsselwörter hin untersuchen, wichtige Passagen transkribieren und Hilfsübersetzungen anfertigen. Im Kolloquium, das teils in den kolloquiumsartigen Konzeptgruppensitzungen des SFB 980, teils im Doktorandenkolloquiums der Abteilung I am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte stattfinden wird, beteiligt sich die Studentin/der Student an den Diskussionen aktueller und zentraler Themen der Geschichtswissenschaft. Die Texte werden hinsichtlich ihres Inhalts und ihrer theoretischen Grundlagen diskutiert. Ergänzend werden alternative Methoden erörtert und auf die Adaptionsfähigkeit für die eigene Forschungsarbeit, z.B. die Masterarbeit, geprüft.

Im Rahmen der forschungsorientierten Quellenaufbereitung arbeitet die/der Studierende die einschlägige Primär- und Sekundärliteratur zur Astronomiegeschichte entsprechend der im Kolloquium erarbeiteten forschungsmethodischen Vorgehen auf und tätigt dafür notwendige Rechercheaufgaben. Dabei fertigt sie/er eine kommentierte Forschungsbibliographie an, deren Ergebnisse sie/er in Form eines Referates im Kolloquium und in Form einer Modul-abschließenden Klausur präsentiert. In den Mentoringgesprächen erhält die Studentin/der Student gezielte Hinweise zur Recherche und Bearbeitung sowie ein Feedback bezogen auf die forschungsmethodischen Kriterien.

In der Klausur weist die/der Studierende nach, dass sie/er in der Lage ist, eine wissenschaftliche Problemstellung in einer begrenzten Zeit selbständig inhaltlich und methodisch zu bearbeiten und das Ergebnis fachlich und sprachlich korrekt darzustellen. Die Bearbeitungsfrist beträgt 60 Minuten.

Bewerbungen senden Sie bitte bis zum 09. Mai 2014 mit den folgenden Dokumenten in der angegebenen Reihenfolge in einem pdf-Dokument an: jbiank@mpiwg-berlin.mpg.de: 1) Vollständige Übersicht aller besuchten Kurse (Titel & Noten), einschl. aller Sprachkurse (Titel & Noten); 2) Titel der BA-Arbeit und Studienschwerpunkt (falls vorhanden); 3) Lebenslauf; 4) Kurze Darstellung (ca. 300 Wörter) der Motivation, bereits erworbener forschungsrelevanter Fähigkeiten und Erwartungen an das Forschungslehrpraktikum. Start: Di, 29.04.2014 mit einem Einführungstreffen.

Lehr- und Lernformen

Präsenzstudium

(Semesterwochen-stunden = SWS)

Formen aktiver Teilnahme

Arbeitsaufwand

(Stunden)

Kolloquium

2

Teilnahme am Gespräch; Literaturkritik; Reflexion von Fragestellungen

Präsenzzeit

Selbststudium

30

100

Individuelles Mentoring

4

Schriftliche Niederlegung der forschungsorientierten Quellenaufarbeitung; Referat;

Mentoringgespräche

Präsenzzeit

Selbststudium

 

Prüfungsvorbereitung und Prüfung

60

200

 

 

60

Modulprüfung

Klausur (60 min)

Veranstaltungssprache

Deutsch, ggf. englisch

Pflicht zur regelmäßigen Teilnahme

Ja

Arbeitszeitaufwand insgesamt

450 Stunden

15 LP

Dauer des Moduls

ein Semester

Häufigkeit des Moduls

Pilotphase

Teilnehmerzahl

1

Anrechenbar auf?*

Masterstudiengang Geschichtswissenschaft – Forschungsheuristiken, Klausur, 15 LP 

Masterstudiengang Klassische Philologie – Interdisziplinäre Forschung, Mündliche Prüfung (etwa 20 Minuten) oder Klausur (90 Minuten) oder Hausarbeit (ca. 4000 bis 5 000 Wörter, etwa 15 Seiten), 10 LP

Masterstudiengang Philosophie – Eigene Forschungsarbeit, Vortrag (ungefähr 30 Minuten) und Aufsatz (max. 5000 Wörter), zusammengefasst benotet, 15 LP

Bachelorstudiengang Latein – 60-Leistungspunkte-Modulangebot, Lateinische Literatur: Kontexte und Rezeption – Aufbau, Klausur (90 min), 5 LP

Masterstudiengang Arabistik – Arabische Literatur in ihren ästhetischen Dimensionen, Hausarbeit (15-20 S.), 10 LP

* Die Anerkennung als Studienleistung erfolgt derzeit noch im Modus der Einzelfallprüfung. Bitte nehmen Sie frühzeitig Kontakt zu dem/ zu der Bachelor- oder Masterbeauftragten Ihres Studienganges auf.