Scholien, Paraphrasen und Kommentare – Zugriffe auf Aristoteles' de interpretatione in Mittelalter und Renaissance

07.11.2019 | 10:00 - 18:00

Ein Workshop des gräzistischen Teilprojekts A04 „Prozesse der Traditionsbildung in der De interpretatione-Kommentierung der Spätantike“ in Kooperation mit dem Akademienvorhaben "Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina" (CAGB) an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

 
Aristoteles‘ Schrift De Interpretatione gehörte in Spätantike und Mittelalter zur Grundausbildung in der Logik. Daher wurde die Schrift bereits in der Spätantike umfangreich kommentiert und dadurch für den Unterricht erschlossen. 

Darüber hinaus wurde der Text in byzantinischen Handschriften durch weitere kommentierende Textformen erweitert: durch Glossen, Scholien, interlineare Kommentare und Randkommentare. Doch auch in byzantinischer Zeit entstanden weiter auch eingeständige Kommentare und Paraphrasen zu allen logischen Schriften des Aristoteles. Diese Praxis wurde in postbyzantinischer Zeit fortgesetzt.

Der Workshop macht sich zum Ziel, verschiedene Zugriffe auf De Interpretatione und das Organon im Mittelalter und der Renaissance vorzustellen und zu diskutieren: Wie erklärt sich das Interesse an der Kommentierung der Schrift auch in der postbyzantinischen Zeit? Welche Gründe lassen sich überhaupt z. B. für die Glossierung und Kommentierungen in den Handschriften finden? Wie lassen sich über Handschriften konkret Unterrichtskontexte rekonstruieren?
  

Programm

Begrüßung: Gyburg Uhlmann (Freie Universität Berlin)

Kurze Einführung: Lutz Koch (CAGB-Projekt, Berlin Brandenburgische Akademie der Wissenschaften)

Impulsreferat: Michael Krewet: „Über die Scholien zu De interpretatione als mittelalterliche Gelehrsamkeit und Quelle für den Unterricht“ (Freie Universität Berlin) (anschl. Diskussion)

Impulsreferat: Apostolos Stavelas (Akademie der Wissenschaften, Athen) „Über die Paraphrase von De interpretatione des Gelehrten und Theologen Georgios Koressios“ (anschl. Diskussion)

Impulsreferat: Nikos Agiotis (CAGB-Projekt, Berlin Brandenburgische Akademie der Wissenschaften) „Über griechische Organon-Kommentare der Renaissancezeit am Beispiel des Kodex Wellcomensis MS.MSL.1 (ca. 1635)“ (anschl. Diskussion)

Abschlussrunde: Allgemeine Fragen / Forschungsperspektiven
  

Zeit & Ort

07.11.2019 | 10:00 - 18:00

Sitzungsraum der SFB-Villa, Schwendenerstraße 8, 14195 Berlin-Dahlem