Tagungsbericht: Übungswissen in Religion und Philosophie: Produktion, Weitergabe, Wandel

Workshop konzipiert und organisiert vom Teilprojekt C02 „Askese in Bewegung: Formen und Transfer von Übungswissen in Antike und Spätantike“ (Leitung: Prof. Almut-Barbara Renger), 4.–5.12.2014

18.03.2015

Übungswissen

Übungswissen

Bericht von Almut-Barbara Renger, Alessandro Stavru, Alexandra Stellmacher, Institut für Religionswissenschaft / Sonderforschungsbereich 980 „Episteme in Bewegung“, Freie Universität Berlin

Die internationale Konferenz brachte vom 4. bis 5.12.2014 Wissenschaftler/innen aus Philosophie und Geisteswissenschaften, Kultur- und Geschichts- sowie Sozialwissenschaften zusammen. In 12 Panelvorträgen, einem öffentlichen Abendvortrag und jeweils anschließenden Diskussionen mit zusätzlich geladenen Experten wurden Wiederholungshandlungen mit Übungscharakter, von denen Texte und ethnographisches Bildmaterial aus dem euroasiatischen Raum zeugen, auf Prozesse der Generierung, des Transfers und des Wandels von Wissen befragt.

Im Zentrum der Tagung standen philosophische und religiöse Kontexte der Vormoderne, in denen Übung einen bestimmten – inner- oder außerweltlichen, diesseits- oder jenseitsbezogenen – Zweck erfüllt und jeweils mit einem spezifischen Geltungsanspruch versehen ist. Ziel war es, dem Zusammenhang von Übung und Wissen in diesen Kontexten auf den Grund zu gehen. Dabei sollte zum einen ermittelt werden, inwiefern Wissen in ihnen grundsätzlich mit Übung und Kompetenzen, die sich nicht in der Kenntnis von Propositionen erschöpfen, verknüpft ist. Zum anderen wurde nach Prozessen der Stabilisierung und/oder Veränderung gefragt, die Wissen bei seinem Transfer durchläuft.

Der Eröffnungsvortrag von ROLAND KIPKE (Tübingen) zu Praktiken mentaler Selbstformung leitete die interdisziplinären Gespräche ein. Von der These ausgehend, dass sich Menschen, kulturübergreifend, in der Entfaltung ihrer geistigen Fähigkeiten üben, um so ihre Persönlichkeit zu entwickeln oder das eigene Verhalten besser steuern zu können, beschrieb er Prozesse der intentionalen kognitiven Selbstveränderung, die auf beständiger Übung basieren. Aus ihnen resultiere ein Wissen, das, neben den anzuwendenden Methoden, weltanschauliche Hintergründe des Übenden sowie ein Wissen um den persönlichen und gesellschaftlichen Wert der eigenen Bemühungen umfasse. Kipke schloss mit einem Plädoyer für vertiefende Studien zum Zusammenhang von Übung und Selbstveränderung: Das komplexe Phänomen der Selbstformung, für das es bis dato keine verbindliche Fachterminologie gebe (Foucault spricht z.B. von „Selbstsorge“), sei unzureichend theoretisch-systematisch erforscht, obwohl die Auseinandersetzung mit ihm für zahlreiche wissenschaftliche Disziplinen, nicht zuletzt die Religionswissenschaft, von besonderer Relevanz sei.

Dass Wissen schon in den ersten Hochkulturen der Menschheitsgeschichte fundamental an Übung gebunden war, zeigte EVA CANCIK-KIRSCHBAUM (Berlin) in ihrem Beitrag zur Systematik und Didaktik der Grundausbildung in Mesopotamien. Wissen wurde hier von Schriftkundigen weitergegeben, deren Ausbildung im Rahmen eines curricularen Unterrichts stattfand. Anhand der Auswertung einer Keilinschrift von 2000 v. Chr. legte Cancik-Kirschbaum dar, wie sich der Unterricht im Tafelhaus gestaltete. Die Grundausbildung war einheitlich. Sie begann im Alter von fünf Jahren und war in vier Übungsphasen eingeteilt (1. Zeichen: Wiederholtes Üben von bestimmten Bewegungen beim Einkeilen; 2. Silben: Repetitionen von Silben; 3. Wörter: Erlernen von Synonymen, Antonymen etc. durch Übung an bestimmten Begriffen; 4. Sätze: Auseinandersetzung mit Sätzen als Inhaltsträgern; Ausbildung an größeren Texten). Der damit verbundene Lernprozess auf praktischer wie theoretischer Ebene bestand in einem Transfer von Kompetenzen wie Lesen und Schreiben, der maßgeblich von der iterativ-wiederholenden Einübung eines Lesekanons und der performativ-mimetischen Aneignung der (hiermit verbundenen) Wissensbestände bestimmt war.

MICHAEL ERLER (Würzburg) eröffnete die Reihe dreier Vorträge zur griechischen Philosophie, in der Übungen unabdingbare Voraussetzung von Erkenntnisprozessen waren. Erler verortete Platons Übungsbegriff im Horizont der hellenistischen Philosophie. Bei Epiktet sei Philosophie Hilfsmittel gegen Irritationen im Leben und Übung der Versuch, entsprechendes Wissen durch Lektüre von Texten gleichsam zu habitualisieren. In ähnlicher Weise seien auch Platons Dialoge als eine Übungshilfe zu verstehen, die zum Selbststudium überlieferter Wissensbestände anregen soll: Nur durch iteratives Durchdringen dieser Wissensbestände könne die doxa festgebunden und zur episteme werden. Anders als bei Epiktet seien jedoch für Platon Texte nicht geeignet, Fragen zu beantworten (vgl. Phaidros), wogegen bei Epiktet philosophische Übung erst durch deren iterative Aneignung möglich sei. Ein anderer wichtiger Unterschied zwischen den beiden Auffassungen liege darin, dass bei Epiktet (so wie später bei Mark Aurel) das Üben auf den menschlichen Adressaten, bei Platon hingegen auf das unsterbliche rationale Selbst ausgerichtet sei (z.B. Timaios 90a-c; Menon 70a und 75a).

CHRISTOPH HORN (Bonn) arbeitete Transferprozesse, die stoischem Übungswissen zugrunde liegen, sowie Grundtypen philosophischer Übung heraus. Die Auffassung einer philosophischen Lebenskunst sei bereits bei Sokrates nachweisbar (z.B. Xenoph. Mem. I 2, 19) und erhalte in den hellenistischen Philosophenschulen ihre volle Ausprägung. Analog zur techne, die als Kunstfertigkeit und Wissen zu verstehen sei, handle es sich in der Stoa um ein Übungswissen, das auf die (Selbst-)Formung der Person ausgerichtet sei und als rationale Fähigkeit sowohl habitualisiert als auch situativ angewendet werden müsse. Horn differenzierte zwischen literarischen, dialogischen, monologischen und imaginativen Grundtypen philosophischer Übung in der Stoa, die therapeutische, sensibilisierende, moralische und intellektuelle Funktionen haben, und zeigte, inwiefern intellektualistische und applikative Instanzen im Hellenismus sich wechselseitig bedingen und ineinanderwirken. So sei z.B. bei Musonius Rufus Tugend immer praktisch zu verstehen, da Wissen von Tugend nie auf theoretischem Wege zustande komme, sondern stets mit seiner Anwendung verbunden, ja von dieser abhängig sei.

Den Transfer von Epiktets ethischen Schriften in den spätantiken Neuplatonismus zeichnete RAINER THIEL (Jena) nach. Seit Plotin habe sich ein an Aristoteles’ Ethiken anlehnendes System von Tugendstufen etabliert, das bis Damaskios (6. Jh.) maßgebend war und verschiedene Tugenden umfasste. Thiel konzentrierte sich auf die ethisch-politischen Tugenden, die nach stoischem Vorbild ausgerichtet gewesen seien. Im Neuplatonismus erfolgte die ethische Formung des angehenden Philosophen nicht primär durch Analyse und Einsicht, sondern vor allem durch Einübung, wofür die Texte Epiktets probate Hilfsmittel bereitstellten. Bei stoischen Akteuren, insbesondere Musonius Rufus, habe es gegolten, eine angemessene Haltung durch Übung zu erwerben: Das von ihnen praktizierte Übungswissen sei im Neuplatonismus für die Einsicht in die philosophischen Tugenden vorbildhaft gewesen.

Der öffentliche Abendvortrag von NIKLAUS LARGIER (Berkeley) leitete zum Zusammenhang von Übung und Wissen in christlichen Kontexten über. Am Beispiel spätantiker und mittelalterlicher Quellen von Clemens von Alexandria, Euagrios Pontikos, Johannes von Massilia und Hugo von Sankt Viktor stellte Largier das christliche Gebet als eine Übungspraxis dar, in der Gläubige und heilige Texte vor dem Hintergrund einer cognitio experimentalis zusammengeführt werden; sie verweise auf ein Erkennen, das zugleich experimentell und experientiell sei und affektive, sinnliche und kognitive Aspekte miteinander verbinde. Im Mittelalter entwickelte sich diese Praxis zu einem nicht-konzeptuellen Wissen, dessen besondere Wirkung darin lag, dass der Lebenshabitus der Gläubigen durch eine quasi-physiologische Psychomechanik verwandelt und neu konstruiert wurde. Dieses Wissen, das an beständige Übung gebunden und maßgeblich vom Moment der Habitualisierung bestimmt war, ist nach Largier definiert durch (1) Unabgeschlossenheit, da es um eine ununterbrochen geübte Praxis gehe, in der alle übrigen Tätigkeiten eingeschlossen und geformt werden sollen; (2) Erneuerung, da die Übung darauf ausgerichtet ist, die Wahrnehmung entsprechend zu transformieren; (3) Suche nach Transzendenz in Immanenz durch Erfahrung einer neuen Welt mittels ununterbrochenem Gebet.

Der zweite Tagungstag begann mit einem Vortrag zum prominentesten Gebet des Christentums: dem Vaterunser, das früh einen festen Platz in der christlichen Gottesdienstliturgie erhielt und zentraler Bestandteil christlichen Übungswissens ist. MARKUS VINZENT (London) zeigte an der instabilen Textgestalt des Vaterunser, dass es aus einer Kollation der Evangelien Markions, Lukas’ und Matthäus’ sowie der Didache hervorging und Ergebnis von Aushandlungsprozessen ist, in denen verschiedene Geltungsansprüche eine Rolle spielten. Durch performative Praktiken wie Abschreiben, Übersetzen und Kommentieren wurde das Vaterunser Gegenstand von Transferbewegungen, in denen es einerseits zunehmend als stabiles Traditionserbe gehandelt, andererseits immer wieder neu kontextualisiert und verändert wurde. Nicht zuletzt ging Vinzent auf dem Vaterunser vorausliegende Gebetstraditionen, z.B. des Tanach, ein, die den Transfer paganen und jüdischen Übungswissens in christliche Kontexte bezeugen.

JÖRN MÜLLER (Würzburg) widmete sich einem „Schattenphänomen“ des Übungswissens: der von Augustinus theorisierten „schlechten“ Gewohnheit (consuetudo), indem er diese mit Origenes’ Auffassung von Habitus (hexis) parallelisierte. Müller zeigte, wie in Origenes’ Auslegung des paulinischen Römerbriefs (7, 14-25) ein nicht-kognitivistisches Erklärungsmuster für willensschwaches Handeln entwickelt wird, das auf die Macht der erworbenen schlechten Gewohnheit zurückgehe. Diese sei ein verkörpertes Unwissen, das die Umsetzung des guten Willens in die Tat zwar verhindere, dem man aber durch Übung entgegenwirken könne. Müller zeichnete nach, wie Augustinus diese Deutung aufgreift und transformierend weiterentwickelt, indem er die consuetudo als konstitutiven Bestandteil der conditio humana auffasst.

Es folgten zwei Vorträge zu Übungspraktiken in Mittelalter und Früher Neuzeit, aus denen die Bedeutung von wiederholender Übung und Habitualisierung für institutionelle Zusammenhänge der Vormoderne wie Schule und Universität hervorging. Die historische Textgrundlage bei ANITA TRANINGER (Berlin) bildeten ausgewählte Debatten zwischen Scholastikern und Humanisten über die richtige Methode des Philosophierens und die Definition dessen, was einen Theologen ausmacht. Traninger argumentierte unter Rekurs auf Gilbert Ryle gegen die geläufige Kontrastierung von Übungswissen und epistemischem Wissen. Sie zeigte, dass für die Beherrschung der syllogistischen Argumentation, der Kernpraxis vormoderner Wissenschaft, langjährige Übung notwendig war, bei der auf Basis von Aristoteles’ Logik ein disputatorisches Handlungswissen eingeprägt wurde und es zu einer Habitusformierung kam. Übung sei im Rahmen dieser Universitätspraxis integraler Bestandteil eines Könnens (knowing how) gewesen, das einen hohen epistemischen Wert (knowing that) gehabt habe. Gegenstand des Beitrags von IRINA DUMITRESCU (Bonn) waren lateinische Sprachübungen des frühneuzeitlichen Grundschulunterrichts, die den Zweck hatten, die kindliche Natur zu disziplinieren, Selbstreflexion zu fördern und den Boden für eine erfolgreiche Laufbahn als Kleriker, Lehrer und Beamte zu bereiten. Durch Einübung von Synonymen sollte das Vokabular der Schüler erweitert, ihr Blick für Bedeutungsvarianzen geschärft, ihr emotionales Ausdrucksvermögen verfeinert und so die Möglichkeit der Selbstdarstellung und -erkundung geschaffen werden.

PETER BRÄUNLEIN (Göttingen) eröffnete mit religionsethnologischen Überlegungen zum Thema „Disziplin“ Gespräche zu Dynamiken der Religionsgeschichte zwischen Europa und Asien. In einem ersten Schritt zeichnete er den Bedeutungswandel nach, den der Begriff disciplina und an ihn gebundene Konzepte von Übung, Buße, Zucht, Bildung und Ordnung im europäischen Christentum bis in die Frühe Neuzeit durchliefen. Dann wendete er sich ihrem Transfer auf die Philippinen durch Missionare im 16. und 17. Jh. zu. Die Aneignung im lokalen kulturellen Kontext habe disciplina mit neuen Bedeutungen versehen. Eine auf den Philippinen praktizierte Selbstgeißelungspraktik, die nicht auf Schmerz um seiner selbst willen, sondern Transformation durch Reinigung ziele, deute darauf hin, dass Wissen und Übung, Selbst und Gemeinschaft in lokalspezifischer Form und auf zugleich katholisch-christliche Weise eine neue Interpretation erfahren hätten.

Um die Frage nach dem Verhältnis von Stabilität und Wandel bei Wissenstransfer innerhalb von Traditionen der Jaina, in denen grundlegende Prinzipien und Regularien durch Übung verinnerlicht und habitualisiert werden, kreiste der Vortrag von PETER FLÜGEL (London). Im Zentrum standen Formen von Übungswissen, die in der ethischen Askese des Jinismus praktiziert werden. Flügel zeigte, dass sie durch eine Reihe soziokultureller Faktoren bedingt sind und es mitunter zu Modifikationen kommt. Dies sei keineswegs grundsätzlich bei Transfer in neue Kontexte der Fall, aber zumeist dann, wenn Erfahrungen der praktizierenden Akteure dazu führten, dass die Regeln, die integraler Bestandteil der Übungspraxis seien, Gegenstand neuer Aushandlungsprozesse würden. Demgegenüber zeichneten sich praxisunabhängige, übergeordnete Regeln jinistischer Askese durch Stabilität und Kontinuität aus.

Im Abschlussvortrag der Konferenz befragte MAX DEEG (Cardiff) buddhistische Regeln, die in Überlieferungen des Vinaya vorliegen, auf Stabilitäts- und Kontinuitätszuschreibungen. Deeg legte dar, dass diese Form religiöser Literatur beansprucht, unwandelbares Übungswissen zu präsentieren. Historisch-philologische Studien aber zeigen, dass der Vinaya ein sich wandelndes und flexibles Textgenre ist und beim Transfer in neue soziale und kulturelle Kontexte jeweils neu verhandelt und verändert werden kann. Als Fallbeispiele führte Deeg die chinesische Rezeption des Vinaya durch zwei Mönche an: 1. Daoxuan (596-667), der den Vinaya der Dharmaguptaka-Schule als für die religiöse Elite Chinas verbindlich etablierte und seine Kanonizität durch ein umfangreichea Kommentarwerk konsolidierte; 2. Yijing (635-713), der bei seinem Versuch, in China die Vinaya-Tradition der Mūlasarvāstivādin durchzusetzen, die ‚Kontinuität von Tradition‘ beschwor, indem er behauptete, der von ihm propagierte Vinaya entspreche dem Wort Buddhas.

Im Durchgang durch das präsentierte Text- und Bildmaterial bestätigte sich die – in der Tagungseinleitung unter Bezug auf Gilbert Ryle und Michael Polanyi formulierte – Ausgangshypothese, dass Übungswissen ein höchst komplexes Wissen ist. Seine Vielschichtigkeit ist durch das Zusammenspiel eines sprachlich-begriffslogischen „Wissen, dass“ und Vollzugsfähigkeiten eines „Wissen, wie“ bzw. „Können“ bedingt, das performative, erlebnismäßige und bildhafte Aspekte umfasst. Beide Wissensformen, knowing that und knowing how, spielen im Moment der Übung ineinander. Die Art und Weise, wie sie beim Üben kombiniert und ineinander überführt werden, trägt entscheidend zu Habitualisierung und Habitusformierung bei.

Die einzelnen Fachbeiträge und Diskussionen machten diesen Nexus für unterschiedlichste Formen und Ausprägungen von Übungswissen sichtbar. Deutlich wurde dabei, dass die untersuchten Übungen und mit ihnen verbundenen Formen von Wissen und Habitualisierung immer maßgeblich soziokulturell und historisch bedingt sind; und dass auch das Ausmaß der Stabilisierung und Veränderung, das Übungswissen bei seinem Transfer erfährt, jeweils von der Kultur und Gesellschaft sowie den in ihnen beheimateten Religionen oder Philosophien, die den Kontext bilden, abhängig ist. Übungswissen kann sich im Zuge von Transferprozessen in bestehende Traditionen einschreiben, diese um neue Aspekte erweitern und dabei überraschend stabil bleiben. Es kann aber auch durch De- und Rekontextualisierung, Aneignung und Integration fundamentale Veränderungen erfahren. Bei der Diskussion dieses Sachverhalts erwies sich als besonders produktiv der Terminus „Iteration“, mit dem im SFB 980 das Zusammenspiel von Wiederholung und Veränderung gefasst wird. Bringen doch Übungen, die qua Wiederholung bestimmte Wissensbestände und institutionelle Zusammenhänge stabilisieren sollen, immer auch Wandel hervor – Veränderung nicht zuletzt im Sinne der Selbstformung der übenden Akteure.

Konferenzübersicht

Almut-Barbara Renger (Berlin), Alexandra Stellmacher (Berlin): Prolegomena und leitende Fragestellungen zum Begriff Übungswissen

I. Theorie und Geschichte
Panelleitung: Christoph Wulf (Berlin)
Diskussionsimpulse: Anna Laqua (Berlin), Lennart Lehmhaus (Berlin)

Systematische Grundlagen
Roland Kipke (Tübingen): Selbstformung aus anthropologischer und ethischer Perspektive

Alter Orient
Eva Cancik-Kirschbaum (Berlin): „Wiederhole, was ich Dir gesagt habe!“ Systematik und Didaktik der Grundausbildung in Mesopotamien

II. Antike Philosophie
Teil 1
Panelleitung: Alessandro Stavru (Berlin)
Diskussionsimpulse: Christine Salazar (Berlin), Ursula Ziegler (Berlin)

Michael Erler (Würzburg): Glück aus Tugend durch Übung ohne Philosophie? (Phaed. 82b). Platons Übungsbegriff zwischen Sophistik und Hellenistischer Philosophie
Christoph Horn (Bonn): Übungswissen in der Stoa

Teil 2
Panelleitung: Christian Vogel (Berlin)
Diskussionsimpulse: Michael Krewet (Berlin), Alessandro Stavru (Berlin)

Rainer Thiel (Jena): Einsicht und Einübung – zur Aufnahme von Epiktets, Aristoteles’ und Platons ethischen Schriften im spätantiken Neuplatonismus

Öffentlicher Abendvortrag
Moderation: Almut-Barbara Renger (Berlin)
Diskussionsimpulse: Nora K. Schmid (Berlin), Martin Urmann (Berlin)

Niklaus Largier (Berkeley): Wissen am Rand des Schweigens: Körper und Stimme in der Praxis der Gebetsübung

III. Spätantikes Christentum
Panelleitung: Christoph Markschies (Berlin)
Diskussionsimpulse: Emiliano Fiori (Berlin), Andreas Ismail Mohr (Berlin)

Markus Vinzent (London): Kontinuitäten und Diskontinuitäten in liturgischem Übungswissen des frühen Christentums
Jörn Müller (Würzburg): „Old habits die hard“. Origenes, Augustinus und die Grenzen des (Übungs-)Wissens

IV. Europäisches Mittelalter und Frühe Neuzeit
Panelleitung: Tudor Sala (Berlin)
Diskussionsimpulse: Falk Quenstedt (Berlin), Volkhard Wels (Berlin)

Anita Traninger (Berlin): Die Ausbildung des dialektischen Habitus an der Schnittstelle von Übung und episteme
Irina Dumitrescu (Bonn): Grammatik und Gefühl: Übungswissen im frühneuzeitlichen Schulunterricht

V. Außereuropäische Religionen
Panelleitung: Alexandra Stellmacher (Berlin)
Diskussionsimpulse: Oliver Freiberger (Austin), Tudor Sala (Berlin)

Peter Bräunlein (Göttingen): Disciplina, Transformation des Selbst, Körpertechnik. Religionshistorische und religionsethnologische Überlegungen
Peter Flügel (London): Tugendübung oder Entsündigung? Ethische Askese und Kasuistik im Jinismus
Max Deeg (Cardiff): Die Illusion von Kontinuität. Buddhistische Regeln (Vinaya) als Übungswissen zwischen Normativität und Wandel


Zitierweise

Tagungsbericht: Übungswissen in Religion und Philosophie: Produktion, Weitergabe, Wandel, 04.12.2014 – 05.12.2014 Berlin, in: H-Soz-Kult, 17.03.2015, Berlin, <http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5878>.

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