Publikationen

Seit dem Winter 2015 publiziert der SFB in Kooperation mit dem Harrassowitz Verlag eine eigene Schriftenreihe mit dem Titel Episteme in Bewegung. Beiträge zu einer transdisziplinären Wissensgeschichte.

Die Reihe umfasst wissensgeschichtliche Forschungen mit einem systematischen oder historischen Schwerpunkt in der europäischen und nicht-europäischen Vormoderne. Sie fördert transdisziplinäre Beiträge, die sich mit Fragen der Genese und Dynamik von Wissensbeständen befassen, und trägt dadurch zur Etablierung vormoderner Wissensforschung als einer eigenständigen Forschungsperspektive bei. Publiziert werden Beiträge, die im Umkreis des Sonderforschungsbereichs 980 „Episteme in Bewegung. Wissenstransfer von der Alten Welt bis in die Frühe Neuzeit“ angesiedelt sind.


24 Publikation(en)

Collect and Preserve: Institutional Contexts of Epistemic Knowledge in Pre-modern Societies

Buchumschlag (Entwurf)

Eva Cancik-Kirschbaum, Jochem Kahl, Eun-Jeung Lee u. Michaela Engert

Harrassowitz | 2017

Erschienen in: Episteme in Bewegung. Beiträge zur einer transdisziplinären Wissensgeschichte, Bd. 9 (in Vorbereitung).

The use of writing for the preservation and transmission of administrative, scientific, literary and sacred knowledge has a long history. From the third millennium BCE on, many forms of social processes – intellectual, religious, political and others – have been increasingly materialized in the form of a variety of document types (tablets, bones, papyri, scrolls, parchments, books). Some of them were collected in archives or libraries that were dependent on royal palaces, governmental institutions and temples but also in private contexts. The publication “Collect and Preserve” assembles a number of studies devoted to material aspects of collecting texts in ancient Egypt, Mesopotamia, Qumran, Medieval Japan, and Korea under the Chosŏn-Dynasty (1392-1910).

Marsilio Ficino in Deutschland und Italien

Buchumschlag (Entwurf)

Jutta Eming u. Michael Dallapiazza (Hg.)

Harrassowitz | 2017

Erschienen in: Episteme in Bewegung. Beiträge zur einer transdisziplinären Wissensgeschichte, Bd. 7 (in Vorbereitung).

Marsilio Ficino gilt als Zentralgestalt des italienischen Renaissance-Platonismus. Mit Übersetzungen der Dialoge Platons, der Schriften Plotins und des Corpus Hermeticum sowie durch eine theoretische Verknüpfung von antiker Philosophie mit christlicher Religion hat er einen unübersehbar großen Einfuss auf die europäische Wissenschafts- und Geistesgeschichte ausgeübt. Im Zentrum seines Theorie-Gebäudes steht ein komplexes Konzept von Magie, dessen Konstruktion bis heute erforscht wird. Es hat dem Band den Titel gegeben, dessen Themen sich Ficinos intellektuellem Horizont entsprechend jedoch in eine Vielzahl weiterer Aspekte ausdifferenzieren. Diese literarisch-künstlerischen, literaturwissenschaftlichen, wissenschaftshistorischen und philosophisch-theologischen Implikationen von Ficinos Schriften werden paradigmatisch und vergleichend behandelt. Mit dem Forschungsprogramm des SFB 980 ist zugleich ein analytischer Rahmen vorgegeben, mit dem an wissenshistorische Neu-Positionierungen angeknüpft werden kann. Es verspricht, neue Bereiche von Ficinos Einfluss zu erschließen und Kontinuität, Verlauf und Logik von Wissenstransfers genauer abzubilden als durch die bislang zumeist allgemein hypostasierte ‚europäische Rezeption’ seiner Arbeiten.

Acta Petri. Text, Übersetzung und Kommentar zu den Actus Vercellenses

Buchumschlag (Entwurf)

Marietheres Döhler (Hg.)

De Gruyter Verlag (in Vorbereitung) | 2017

Die Actus Vercellenses schildern den Kampf zwischen dem Apostel Petrus und dem Magier Simon sowie das Martyrium Petri. In einer kritischen Edition samt textnaher Übersetzung wird ein umfassender Zugang zu diesem zentralen Teil der apokryphen Petrusakten geboten. Ein ausführlicher Kommentar erläutert das unterhaltsame Stück Literatur und erweist es als wertvollen Informationsträger für frühchristlich gelebten Glauben und dessen Institutionen.

Defining Jewish Medicine - Transfers of Medical Knowledge in Jewish Cultures and Traditions

Buchumschlag (Entwurf)

Ed. by Lennart Lehmhaus

Harrassowitz | 2017

Erschienen in: Episteme in Bewegung. Beiträge zur einer transdisziplinären Wissensgeschichte, Bd. 8 (in Vorbereitung).

The present volume brings together a group of scholars from diverse fields in Jewish studies who deal with Jewish medical knowledge from ancient to medieval times, applying a comparative approach to the subject. Based on a variety of methodological and theoretical concepts, they address strategies of interaction with earlier Jewish traditions and the deep embeddedness in other, often religiously shaped discourses (exegesis, ethics, Talmudic law and lore). Special attention is paid to the complex interplay between literary forms and the knowledge conveyed. Diachronic approaches also explore the complex ways of transmission, transfer, rejection, modification and invention of medical knowledge. Possible contexts and points of contacts can be found in medical thinking and practices in surrounding cultures (Ancient Near East, Graeco-Roman, Byzantine, Persian-Iranian, Syriac and medieval Western Christianity, early Islamic). Such a twofold perspective allows for assessing particularities of Jewish medical discourses within Jewish cultural history and their transcultural interaction with other medical traditions. Moreover, these studies may serve as a starting point to further inquiries into the role of these exchanges and entanglements, not only within a broader history of medicine, science and knowledge, but also for the history of cultures and religions at large.

Denkraum Spätantike

Buchumschlag

Nora Schmidt, Nora Katharina Schmid, Angelika Neuwirth (Hg.)

Harrassowitz | 2016

Erschienen in: Episteme in Bewegung. Beiträge zur einer transdisziplinären Wissensgeschichte, Bd. 5

'Spätantike‘ ist nicht nur ein hochgradig ambivalenter Begriff in der europäischen Wissenschaftsgeschichte. Lange Zeit bezeichnete er eine Epoche, die durch den Niedergang einer ehemals blühenden antiken Hochkultur geprägt war. In den letzten drei Jahrzehnten ist die Spätantike zunehmend zu einem internationalen und interdisziplinären Forschungsprojekt geworden, und ein Durchbruch zu einer inklusiveren Sicht zeichnet sich ab. Die Autoren dieses Bandes setzen sich aus ihrer jeweiligen Fachperspektive heraus mit spätantiken Wissensformen und -beständen in der formativen Phase des Islams auseinander und führen den Lesern auf diese Weise unterschiedliche Reflexionen von Antiken im unmittelbaren und weiteren Umfeld des Korans vor Augen. Soziale Praktiken, Textkulturen und Materialitäten rücken dabei gleichermaßen in den Blick; historiografische Modelle werden hinterfragt und neu perspektiviert. Statt ‚Spätantike‘ als eine Epoche zu fassen, die mit der Verkündigung des Korans ihr Ende findet, wird diese neu als ein ‚Denkraum‘ konturiert, in dem Religionen, Sprachen, Institutionen und soziale Praktiken in vielfältigen Beziehungen stehen. In einem so aufgespannten epistemischen Raum vollzieht sich Wissenswandel innerhalb komplexer Netzwerke. Die frühislamischen Wissensbestände werden so, anders als die Forschung zum Koran und den frühislamischen Wissenschaften lange postulierte, als Teil des spätantiken Denkraums erkennbar.

Boethius' Übersetzungsprojekt. Philosophische Grundlagen und didaktische Methoden eines spätantiken Wissenstransfers

Buchumschlag

Christian Vogel

Harrassowitz | 2016

Erschienen in: Episteme in Bewegung. Beiträge zur einer transdisziplinären Wissensgeschichte, Bd. 6

Boethius fasst im 6. Jahrhundert den Plan, sämtliche Werke Aristoteles’ und Platons ins Lateinische zu übersetzen und mit Kommentaren zu versehen. Die Motivation für dieses Projekt liegt in seiner Einsicht in die bildungstheoretischen Grundlagen des Platonismus und des Aristotelismus begründet, die ihm auch als Maßstab für seine ethischen Erkenntnisse und sein pädagogisch orientiertes Schaffen dienen. Darüber hinaus liefert seine Sorge um die Anschlussfähigkeit dieser Bildungstradition an die gesellschaftlichen Bedingungen im lateinischsprachigen Raum seiner Zeit den entscheidenden Impuls. Ziel dieses Buches ist es, Boethius’ Übersetzungsprojekt in die verschiedenen Ebenen der mit diesem Projekt verbundenen Wissenstransfers aufzuschlüsseln und sowohl die Inhalte als auch die Bedingungen dieser Transfers aufzuzeigen. Die Übersetzungen im engeren Sinne sind hierbei nur ein Teil des Wissenstransfers. Denn mit Blick auf die Sorge um eine gelingende Vermittlung der Inhalte für die verschiedenen Niveaustufen seines Zielpublikums stellen die Kommentierungen und die Maßnahmen der didaktischen Vermittlung einen integralen Bestandteil seines Übersetzungsprojekts und damit weitere Wissenstransferebenen dar. Die Vorgehensweisen bei diesen verschiedenen Aspekten der Übersetzung wiederum finden ihre Grundlage in den sprachphilosophischen und seelentheoretischen Einsichten, die für Boethius’ Konzeption einer gelingenden Vermittlung verantwortlich sind. Die Theorie der Sprache, die Boethius in seiner Bearbeitung der aristotelischen Schrift Peri hermêneias (bzw. De interpretatione) ins Lateinische überträgt, bildet damit zugleich die Grundlage für die Praxis seiner Übertragung.

Pythagorean Knowledge from the Ancient to the Modern World: askesis, religion, science

Buchumschlag

Almut-Barbara Renger, Alessandro Stavru (Hg.)

Harrassowitz | 2016

Erschienen in: Episteme in Bewegung. Beiträge zur einer transdisziplinären Wissensgeschichte, Bd. 4

In both ancient tradition and modern research Pythagoreanism has been understood as a religious sect or as a philosophical and scientific community. Numerous attempts have been made to reconcile these pictures as well as to analyze them separately. The most recent scholarship compartmentalizes different facets of Pythagorean knowledge, but this offers no context for exploring their origins, development, and interdependence. This collection aims to reverse this trend, addressing connections between the different fields of Pythagorean knowledge, such as eschatology, metempsychosis, metaphysics, epistemology, arithmology and numerology, music, dietetics and medicine as well as politics. In particular, the contributions discuss how the Pythagorean way of life related to more doctrinal aspects of knowledge, such as Pythagorean religion and science. The volume explores the effects of this interdependence between different kinds of knowledge both within the Pythagorean corpus and in its later reception. Chapters cover historical periods from the Archaic Period (6th century BC) to Neoplatonism, Early Christianity, the European and Arabic Middle Ages, and the Renaissance through to the Early Modern Period (17th century AD). Contributions by E. Afonasin, L. Arcari, D. Baltzly, A. Barker, H. Bartoš, A. Bernabé, J. Bremmer, L. Brisson, F. Casadesús, M. Catarzi, S. Chrysakopoulou, G. Cornelli, E. Cottrell, S. Galson, M. Giangiulio, T. Iremadze, A. Izdebska, C. L. Joost-Gaugier, S. Kouloumentas, B. La Sala, R. McKirahan, C. Montepaone, H.-P. Neumann, A. Palmer, A. Provenza, I. Ramelli, D. Robichaud, B. Roling, W. Schmidt-Biggemann, E. Spinelli, I. F. Viltanioti, and L. Zhmud.

Gottes Körper. Jüdische, christliche und pagane Gottesvorstellungen in der Antike

Buchumschlag

Christoph Markschies

C.H. Beck | 2016

Verlagstext: Christoph Markschies macht in seinem glänzend geschriebenen Buch über die antiken Religionen mit einem erstaunlich fremdartigen Christentum bekannt, das tief in der Welt der heidnischen Gottesvorstellungen verwurzelt war. Er geht den Verbindungslinien zwischen den antiken Religionen nach und erklärt, warum sich erst im Mittelalter die bis heute geläufige Vorstellung von Gott als einem körperlosen Wesen durchgesetzt hat. Hat Gott einen Körper – und wenn ja, wie viele? In der Antike war jedenfalls auch für gebildete Christen ganz selbstverständlich, dass Gott, so wie die heidnischen Götter, einen Körper hat. Christoph Markschies zeigt, wie man sich den Körper Gottes konkret vorgestellt hat, verfolgt die philosophischen und theologischen Debatten darüber, besichtigt die antiken Tempel und geht den zahlreichen Bezügen zwischen dem christlichen und jüdischen Gott und den paganen Göttern nach. Daneben geht es immer wieder auch um den Menschen, seinen Körper, seine Seele und um die Heilkraft der Religion. Wer morgens gerne kalt duscht, sollte dieses bahnbrechende Buch mit seinem verstörend neuen Blick auf den christlichen Gott lesen.

Collecting Recipes. Byzantine and Jewish Pharmacology in Dialogue

Buchumschlag

Ed. by Lennart Lehmhaus and Matteo Martelli

De Gruyter | 2016

With a clear comparative approach, this volume brings together for the first time contributions that cover different periods of the history of ancient pharmacology, from Greek, Byzantine, and Syriac medicine to the Rabbinic-Talmudic medical discourses. This collection opens up new synchronic and diachronic perspectives in the study of the ancient traditions of recipe-books and medical collections. Besides the highly influential Galenic tradition, the contributions will focus on less studied Byzantine and Syriac sources as well as on the Talmudic tradition, which has never been systematically investigated in relation to medicine. This inquiry will highlight the overwhelming mass of information about drugs and remedies, which accumulated over the centuries and was disseminated in a variety of texts belonging to distinct cultural milieus. Through a close analysis of some relevant case studies, this volume will trace some paths of this transmission and transformation of pharmacological knowledge across cultural and linguistic boundaries, by pointing to the variety of disciplines and areas of expertise involved in the process.

Duncan Liddel (1561-1613). Networks of Polymathy and the Northern European Renaissance

Buchumschlag

Pietro Daniel Omodeo in collaboration with Karin Friedrich

Brill | 2016

This collective volume in the history of early-modern science and medicine investigates the transfer of knowledge between Germany and Scotland focusing on the Scottish mathematician and physician Duncan Liddel of Aberdeen. It offers a contextualized study of his life and work in the cultural and institutional frame of the northern European Renaissance, as well as a reconstruction of his scholarly networks and of the scientific debates in the time of post-Copernican astronomy, Melanchthonian humanism and Paracelsian controversies. Contributors are: Sabine Bertram, Duncan Cockburn, Laura Di Giammatteo, Mordechai Feingold, Karin Friedrich, Elizabeth Harding, John Henry, Richard Kirwan, Jane Pirie, Jonathan Regier. Readership: All readers interested in early-modern studies, in particular in early modern science, astronomy medicine and philosophy, historians and philosophers of science, STS scholars, as well as cultural and social historians.

Philologische Kommentarkulturen. Abū ʿUbaidas Maǧāz al-Qurʾān im Licht spätantiken Exegesewissens

Buchcover

Nora Schmidt

Harrassowitz | 2016

Abū ʿUbaida (gest. 825), Mitbegründer der arabischen Philologie, schuf mit Maǧāz al-Qurʾān einen der frühesten Kommentare zum Koran. Dieser konzentriert sich auf sprachliche Aspekte der Offenbarungsschrift und wird daher meist als Wegbereiter der erst später voll ausgebildeten arabischen Exegese, Sprachwissenschaft und Rhetorik gelesen. Entgegen dieser Perspektive auf die frühislamische Kommentarkultur als vorsystematische Phase arabischer Schriftgelehrsamkeit betrachtet Nora Schmidt den philologischen Kommentar Abū ʿUbaidas als eigenständigen und lehrreichen Teil einer spätantiken Philologiegeschichte. Mithilfe literaturwissenschaftlich orientierter Methoden erarbeitet sie die Techniken des philologischen Korankommentars selbst und diskutiert die Bedeutung der Epochenkonstruktion „Spätantike“ für die Beschreibung frühislamischer geistiger Errungenschaften. Das Herkunftsmilieu der Koran-, aber auch der arabischen Sprachwissenschaften wird anhand einer für „die Spätantike“ zentralen hermeneutischen Streitfrage, der Haltung zu allegorischer oder aber literaler Auslegung heiliger Schriften, nachvollzogen. Mittels Allegorese und literaler Interpretation werden nicht nur hermeneutische, sondern vor allem auch religionspolitische Standpunkte unterschiedlicher Gemeinschaften vertreten. Diese Dynamik wird in diesem Buch auch für die Deutung der frühen Koranexegese beansprucht.

Religiöses Wissen in der Lyrik der Frühen Neuzeit

Buchumschlag

Peter-André Alt, Volkhard Wels (Hg.)

Harrassowitz | 2015

Erschienen in: Episteme in Bewegung. Beiträge zur einer transdisziplinären Wissensgeschichte, Bd. 3

Der Band widmet sich religiösem Wissen in der Dichtung der Frühen Neuzeit, wobei der historische Schwerpunkt auf dem 17. und dem frühen 18. Jahrhundert liegt. Im Sinne des Sonderforschungsbereichs „Episteme in Bewegung“ steht im Mittelpunkt die Frage, wie der Funktionswandel des religiösen Wissens, der sich in dieser Dichtung vollzieht, zu beschreiben ist. Von besonderer Bedeutung ist dabei die in der Literaturwissenschaft seit Langem debattierte These, dass die ‚Subjektivität‘ als Kennzeichen der im selben Zeitraum entstehenden Gattung der ‚Lyrik‘ sich in der geistlichen Dichtung der Frühen Neuzeit ankündige. Die Frage, in welcher konkreten Form tatsächlich von einer solchen Bewegung die Rede sein kann, gehört, genauso wie diejenige, ob und, wenn ja, in welchem Sinne diese Bewegung als Säkularisierung aufgefasst werden kann, zu den wiederkehrenden Themen des Bandes. Im Einzelnen diskutieren die Beiträge die frömmigkeitsgeschichtlichen Voraussetzungen der geistlichen Dichtung und die Wirkung, die man von dieser Dichtung erwartete, genauso wie ihre konfessionsspezifischen Ausprägungen, ihre poetischen und rhetorischen Gestaltungsprinzipien, die Bedeutung antiker Mythologie und Religion, den Einfluss von Deismus und Pantheismus sowie die Frage nach den Anfängen der ‚Naturlyrik‘. Im Fokus des gleichermaßen literaturwissenschaftlichen wie religionshistorischen Zugriffs stehen - neben Korpora wie den kirchlichen Gesangbüchern - Dichter wie Friedrich von Spee, Andreas Gryphius, Catharina Regina von Greiffenberg, Daniel von Czepko, Daniel Casper von Lohenstein, Johann Christian Günther, Barthold Heinrich Brockes, Albrecht von Haller, die galanten Dichter und die Autoren des „Parnassus Boicus“.

Politik der Evidenz. Öffentliche Bilder als Bilder der Öffentlichkeit im Trecento

Buchumschlag

Klaus Krüger

Wallstein | 2015

Erschienen in: Historische Geisteswissenschaften. Frankfurter Vorträge (Hg. von Bernhard Jussen und Julika Griem); Bd. 08

Ein Essay über die politische Wirksamkeit von Bildern und über die gesellschaftliche Imagination im Zeitalter Giottos und Dantes. Seit dem späten Mittelalter wurden Bilder durch eine neue Visualisierungskraft zum festen Bestandteil öffentlichen Handelns und politischer Diskurse. In Versammlungsstätten, Palästen, Kirchen oder an Plätzen entwickelten sie nun ihre performative Kraft im Kontext von Versammlungen, Ritualen oder Zeremonien. Als neuartiges Element der körperschaftlichen und institutionellen Symbolisierung trugen sie maßgeblich zu der Aushandlung von gesellschaftlichem Zusammenhalt und sozialer Unterscheidung bei. Der Kunsthistoriker Klaus Krüger zeigt, wie diese Bilder der institutionellen Fiktion einer politisch, religiös oder kulturell verfassten Öffentlichkeit imaginäre Sichtbarkeit und glaubhafte Evidenz und damit zugleich die Geltungskraft des Faktischen verliehen.

Magia daemoniaca, magia naturalis, zouber. Schreibweisen von Magie und Alchemie in Mittelalter und Früher Neuzeit

Buchumschlag

Peter-André Alt, Jutta Eming, Tilo Renz u. Volkhard Wels (Hg.)

Harrassowitz | 2015

Erschienen in: Episteme in Bewegung. Beiträge zur einer transdisziplinären Wissensgeschichte, Bd. 2

Dem Forschungsprogramm des Sonderforschungsbereichs 980 „Episteme in Bewegung“ entsprechend, widmen sich die Beiträge des Bandes unterschiedlichen Transfers zwischen den Wissensbereichen der Magie, der Alchemie und der Dichtung vom Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit. Dabei stehen ‚Schreibweisen‘ als die jeweiligen Formen der Darstellung von Wissen im Zentrum des Interesses. Magische und alchemische Texte haben in der Geschichte einen ebenso exklusiven wie prekären Status und bedienen sich daher häufig Verfahren der sprachlichen Verschlüsselung. Aus heutiger Perspektive können diese Verfahren als literarische charakterisiert werden; im historischen Kontext haben sie eigene Funktionen, die teilweise erst noch bestimmt werden müssen. Darüber hinaus ist magisches und alchemisches Wissen vielfach in die Literatur überführt worden und hat dabei wiederum formale und inhaltliche Veränderungen erfahren. Der Band widmet sich damit der doppelten Fragestellung, wie Wissen über Magie und Alchemie im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit vermittelt wird und auf welche Weisen gerade literarische Texte dieses Wissen spiegeln, verarbeiten und modifizieren.

Wissen in Bewegung. Institution – Iteration – Transfer

Buchumschlag

Eva Cancik-Kirschbaum, Anita Traninger (Hg.)

Harrassowitz | 2015

Erschienen in: Episteme in Bewegung. Beiträge zur einer transdisziplinären Wissensgeschichte, Bd. 1

Free Open Access Download des Titels

Institutionen geraten normalerweise gerade nicht in den Blick, wenn es um Prozesse des Wissenswandels geht. Vielmehr ist es eine weithin geteilte Überzeugung, dass Wandel wenn, dann stets nur außerhalb dieser Kreativitätsblockierer stattfindet. Nun ist aber gerade dort, wo vermeintlich rigide und stur am Überkommenen festgehalten wird, stets auch Wandel feststellbar. Ganz offensichtlich bringen also Praktiken, die auf Wiederholung gepolt sind und so institutionelle Zusammenhänge stabilisieren sollen, zugleich auch Veränderung hervor. Dieses Zusammenspiel von Wiederholung und Veränderung wird in diesem Sammelband mit dem Begriff der ‚Iteration‘ gefasst. Die Autorinnen und Autoren zeigen anhand einer breiten Palette historischer Fallbeispiele, welche Varianten des Wechselspiels von Wiederholung und Wandel zu beobachten sind und welche Befunde sich daraus für eine transdisziplinäre Wissensgeschichte ergeben. Der Band eröffnet die Reihe „Episteme in Bewegung. Beiträge zu einer transdisziplinären Wissensgeschichte“, in der die Ergebnisse der Zusammenarbeit im Sonderforschungsbereich 980, der an der Freien Universität Berlin angesiedelt ist, präsentiert werden.

Healing Magic and Evil Demons. Canonical Udug-hul Incantations

Buchumschlag

Markham J. Geller

De Gruyter | 2015

This book brings together ancient manuscripts of the large compendium of Mesopotamian exorcistic incantations known as Udug.hul (Utukku Lemnutu), directed against evil demons, ghosts, gods, and other demonic malefactors within the Mesopotamian view of the world.It allows for a more accurate appraisal of variants arising from a text tradition spread over more than two millennia and from many ancient libraries.

The Class Reunion—An Annotated Translation and Commentary on the Sumerian Dialogue 'Two Scribes'

Buchumschlag

J. Cale Johnson, Markham J. Geller

Brill | 2015

In 'The Class Reunion—An Annotated Translation and Commentary on the Sumerian Dialogue Two Scribes' J. Cale Johnson and Markham J. Geller present a critical edition, translation and commentary on the Sumerian scholastic dialogue otherwise known as Two Scribes, Streit zweier Schulabsolventen or Dialogue 1. The two protagonists, the Professor and the Bureaucrat, each ridicule their opponent in alternating speeches, while at the same time scoring points based on their detailed knowledge of Sumerian lexical and literary traditions. But they also represent the two social roles into which nearly all graduates of the Old Babylonian Tablet House typically gained entrance. So the dialogue also reflects on larger themes such as professional identity and the nature of scholastic activity in Mesopotamia in the Old Babylonian period (ca. 1800–1600 BCE).

In the Wake of the Compendia Infrastructural Contexts and the Licensing of Empiricism in Ancient and Medieval Mesopotamia

Buchumschlag

Ed. by J. Cale Johnson

De Gruyter | 2015

Erschienen in: Science, Technology, and Medicine in Ancient Cultures, 3

In the Wake of the Compendia presents papers that examine the history of technical compendia as they moved between institutions and societies in ancient and medieval Mesopotamia. This volume offers new perspectives on the development and transmission of technical compilations, looking especially at the relationship between empirical knowledge and textual transmission in early scientific thinking. The eleven contributions to the volume derive from a panel held at the American Oriental Society in 2013 and cover more than three millennia of historical development, ranging from Babylonian medicine and astronomy to the persistence of Mesopotamian lore in Syriac and Arabic meditations on the properties of animals. The volume also includes major contributions on the history of Mesopotamian “rationality,” epistemic labels for tested and tried remedies, and the development of depersonalized case histories in Babylonian therapeutic compendia. Together, these studies offer an overview of several important moments in the development of non-Western scientific thinking and a significant contribution to our understanding of how traditions of technical knowledge were produced and transmitted in the ancient world.

Special Issue on Erasmian Science

Cover der Ausgabe

Pietro Daniel Omodeo, Enrico Pasini

Journal of Interdisciplinary History of Ideas (online) | 2014

This special issue of the Journal of Interdisciplinary History of Ideas takes its origin from a call for paper on the theme: “Erasmian Science: The Influence of Erasmus of Rotterdam on Early-Modern Science”. Is there any disciplinary field or scholarly context of the past that can be conveniently indicated as (an) ‘Erasmian Science’? Can this expression, as some sort of historiographic construct and instrument, direct the investigation of historians of scientific culture to realms and relationships that have so far escaped their consideration? This are the challenges we are putting forward in this Introduction, offering some background and suggestions as to the feasibility of more thorough studies of ‘Erasmian Science’.

Manifestationen des Geistes. Frömmigkeit, Spiritualismus und Dichtung in der Frühen Neuzeit

Buchumschlag

Volkhard Wels

V&R unipress | 2014

Im Mittelpunkt des Buches steht der Spiritualismus der Frühen Neuzeit, wobei mit diesem Begriff die Annahme einer ›geistigen‹, spirituellen Gegenwart Gottes bezeichnet wird. Dieser Spiritualismus kann sich in der Theologie etwa als Berufung auf göttliche Inspiration, in der Medizin, Alchemie und Naturphilosophie im Begriff einer göttlich beseelten Natur und in der Literatur als geistliche, erbauliche Dichtung äußern. Spiritualistische Tendenzen spielen dabei nicht nur in der frühneuzeitlichen Magie, Kabbala und Hermetik, im Paracelsismus und Rosenkreuzertum eine tragende Rolle, sondern auch in ihrer Opposition zu den entstehenden ›Naturwissenschaften‹ mit ihrem mechanistischen Naturbegriff und ihrem Rationalismus. Dieser Rationalismus wird gegen Ende des 17. Jahrhunderts zum eigentlichen Gegner des Spiritualismus. Während dieser sich jetzt vor allem im Pietismus äußert, bildet der Rationalismus ein wichtiges Element der sich konstituierenden Aufklärung.

This volume focusses on spiritualism in early modernity, the term meaning the assumption of the ›spiritual‹ presence of God. This form of spiritualism can be expressed in theology as an invocation of divine inspiration, in medicine, alchemy and natural philosophy as divinely endowed nature, and in literature as spiritual, uplifting poetry. Spiritual tendencies play a major role not only in early modern magic, Kabbalah and Hermeticism, Paracelsism and Rosicrucianism, but also in their opposition to the emerging »natural sciences« with their mechanistic understanding of nature and their rationalism. Towards the end of the 17th century, rationalism becomes the real adversary of spiritualism. While spiritualism was now primarily articulated through piety, rationalism became a constitutive element of the Enlightenment that now began to take shape.

The Four Books of Pseudo-Democritus

Buchumschlag

Matteo Martelli

Maney Publishing | 2014

Erschienen in: Sources of Alchemy and Chemistry: Sir Robert Mond Studies in the History of Early Chemistry, Supplement 1

The Four Books of pseudo-Democritus, written in the first century AD, rank among the very earliest known alchemical writings. In this volume, Matteo Martelli presents not only a fresh edition and translation of the surviving Greek fragments, but also, for the first time, additional materials preserved in Syriac. The volume also presents important examples of the medieval and early modern reception of these writings, including the dialogue of Synesius and Dioscorus - the most influential Byzantine commentary on the Four Books - and previously unpublished Latin translations of both the Four Books and Synesius' commentary made by Matthaeus Zuber in 1606. Accompanied by a full introduction and commentary, these sources offer new and significant insights into the world of ancient chemistry: practical recipes and lists of ingredients, clues to the doctrinal content of ancient alchemy, and early hints of a tradition that linked the alchemist ‘Democritus' to the wisdom of Egypt and Persia.

Copernicus in the Cultural Debates of the Renaissance

Buchumschlag

Pietro Daniel Omodeo

BRILL | 2014

In Copernicus in the Cultural Debates of the Renaissance, Pietro Daniel Omodeo presents a general overview of the reception of Copernicus’s astronomical proposal from the years immediately preceding the publication of De revolutionibus (1543) to the Roman prohibition of heliocentric hypotheses in 1616. Relying on a detailed investigation of early modern sources, the author systematically examines a series of issues ranging from computation to epistemology, natural philosophy, theology and ethics. In addition to offering a pluralistic and interdisciplinary perspective on post-Copernican astronomy, the study goes beyond purely cosmological and geometrical issues and engages in a wide-ranging discussion of how Copernicus’s legacy interacted with European culture and how his image and theories evolved as a result.    

Fremde – Luxus – Räume. Konzepte von Luxus in Vormoderne und Moderne

Buchumschlag

Jutta Eming, Gaby Pailer, Franziska Schößler, Johannes Traulsen (Hg.)

Frank & Timme | 2014

Luxus ist seit der Antike mit verschwenderischer Prachtentfaltung und moralphilosophischen Fragen nach gerechter Güterverteilung verbunden. Die Forschung hat sich dementsprechend bislang vornehmlich mit seinen negativen Konnotationen auseinandergesetzt. Versteht man Luxus hingegen als literatur- und kulturwissenschaftlichen Distinktions- und Relationsbegriff, kann er auch als interdiskursives und imagologisches Phänomen aufgefasst werden. Anhand von zwei zeitlichen Längsschnitten, vom 12. bis zum 15. und vom 18. bis zum 20. Jahrhundert, untersuchen die Autoren dieses Bandes historische Signaturen von Luxuskonzepten. Dabei zeigt sich, welche Verbindungen zwischen Mittelalter und Moderne bestehen und welche Funktionen Luxus zugeschrieben werden: Er erscheint als ästhetisches, spirituelles, eskapistisches, moralisierendes und transzendierendes Prinzip.

Stoische Ethik und platonische Bildung Simplikios´. Kommentar zu Epiktets ‚Handbüchlein der Moral‘

Buchumschlag

Christian Vogel

Winter | 2013

Die stoische Philosophie steht in ihren grundsätzlichen Annahmen zur Erkenntnistheorie, zur Ontologie und zur Psychologie dem Platonismus diametral entgegen. Wenn mit Simplikios ein Philosoph der neuplatonischen Schule das Werk eines Stoikers durch eine ausführliche Kommentierung würdigt und diesem im Curriculum des Philosophieunterrichts einen Platz einräumt, scheinen sich die gängigen Vorurteile gegen den Neuplatonismus als eine alles vereinnahmende und harmonisierende Philosophie zu bestätigen. Ein Blick auf das Bildungsverständnis des Neuplatonismus und den in den Texten ausführlich reflektierten erkenntnistheoretischen Grundlagen bietet jedoch Anlass sowohl zur Skepsis gegenüber diesen Vorwürfen als auch zu einer differenzierten Untersuchung des Verhältnisses von platonischer und stoischer Ethik in der Spätantike. Am Beispiel von Simplikios‘ Kommentar zum ‚Handbüchlein der Moral‘ des Epiket soll im vorliegenden Buch die Möglichkeit der Verwendung stoischer Texte als Vorbereitung für den Einstieg in das neuplatonische Bildungsprogramm dargelegt und begründet werden, ohne dass der Einsatz dieser Texte zu einer Vermischung der stoischen mit den platonisch-aristotelischen Theorien führt. So liefert Simplikios mit seinem Kommentar eine wissenschaftliche Ethik des Neuplatonismus, die mit der Darlegung und Beschreibung der Anweisungen Epiktets dem Unkundigen sowohl einen ersten Zugang in das philosophische Leben bietet als auch mit seinen weiterführenden Kommentierungen die rationalen Begründungen dieser Handlungsaufforderungen offenlegt.