Platons Konzeption der Bildung der Seele

Unterprojekt von Ursula Ziegler


Die epistemische Bedeutung der Imagination wird in Platons Werk vor allem im Kontext bildlicher und mythologischer Textpassagen kenntlich. Eine besondere Rolle spielen hierbei bildliche Darstellungen der Seele, zeigt sich in deren Zusammenhang doch das Potential imaginativen Wissens in seiner impliziten Verbindung von seelischer Erkenntnisleistung und dem zur Anschauung gebrachten Vorstellungsbild. Vor diesem Hintergrund widmet sich das Projekt dem platonischen Bild des Seelenwagens im Dialog Phaidros, das wiederum eng mit der Frage menschlicher resp. seelischer Bildung verknüpft ist. Auf der einen Seite untersucht das Projekt die von Platon selbst ins Zentrum gerückte Frage nach der Möglichkeit der Bildung der Seele, wobei die Struktur menschlicher Motivation, die Frage von Krankheit und Gesundheit der Seele, die Brisanz des Tugendbegriffs sowie das Motiv der Seelentherapie als Themen federführend sind. Auf der anderen Seite reflektiert das Projekt den platonischen Seelenbegriff selbst: Das durch verschiedene Bewegungsimpulse gekennzeichnete Bild des Seelenwagens soll im Hinblick auf seine mythologische Einbettung in die Thematik der Liebe sowie in Bezug auf den Aufstieg zum Schönen und die Ähnlichwerdung mit dem ‚göttlichen Vorbild‘ erörtert werden. Die Problematisierung der seelischen Erkenntnis eines ‚wahren Selbst‘ im Sinne der Ideen führt schließlich zu Seelenkonzeptionen im Neuplatonismus.