Reziproke Identitätsstiftungen: Aushandlungsprozesse religiösen Wissens zwischen verschiedenen "Leuten der Schrift"

27.05.2016

Vorträge, organisiert vom Teilprojekt A05 "Vom Logos zu Kalam. Koran und Koranwissenschaften als Schauplatz spätantiken Wissenstransfers" des Sonderforschungsbereichs 980 "Episteme in Bewegung"
 

14:15   Begrüßung und Einführung von Angelika NeuwirthNora K. Schmid und Nora Schmidt

14:30   Prof. Dr. Peter Schäfer, Zwei Götter im Himmel: Jüdische Antworten auf das Christentum

15:15    Pause

15:30   Prof. Dr. Nicolai Sinai, Anziehung, Abstoßung und Vereinnahmung von biblischem Wissen im Koran

 

Dass „die Spätantike“ nicht nur eine Zeit des Verlustes für Europa konstitutiver Wissensbe-stände war, sondern vielmehr eine von Juden, Christen und Muslimen gleichsam bewohnte ‚Wissensoikonomie‘ ist heute bekannt. Den Erweis dafür, dass Transferprozesse zwischen Akteuren, Texten und Wissensbeständen der rabbinischen und christlichen Traditionen reziproker Natur sind, haben die Forschungen Peter Schäfers erbracht. Vermeintlich feste Kategorien wie das Rabbinentum haben sich als hybride, durch Prozesse der Anziehung und Abstoßung allererst konstituierte Konzepte erwiesen.

In dieser Debattenkultur „Spätantike“ schreibt sich auch der Koran ein. Im Koran selbst sind Transfers von biblischem und postbiblischem Wissen ablesbar und das biblische Wissen wird im Prozess der koranischen Verkündigung selbst fortgeschrieben, gedeutet und argumentativ instrumentalisiert. Nicolai Sinai gehört zu den wichtigsten Vertretern einer kulturwissenschaft-lich orientierten Koranforschung, der sich mit den Prozessen der „Fortschreibung“ und „Auslegung“ biblischen Wissens im Koran intensiv beschäftigt.

In diesem Arbeitsgespräch kommen mit Prof. Dr. Peter Schäfer und Prof. Dr. Nicolai Sinai zwei einschlägige Experten für das spätantike Juden- und Christentum und für den Koran zusammen.

Peter Schäfer ist Professor (emeritus) für Judaistik an der Freien Universität Berlin und an der Princeton University und Leiter des Jüdischen Museums in Berlin.

Nicolai Sinai ist Associate Professor am Institut für Islamic Studies an der Universität Oxford und Fellow am Pembroke College.

Die Veranstaltung wird organisiert von den Mitarbeitern des Teilprojekts A05 „Von Logos zu Kalām – Koran und Koranwissenschaften als Schauplatz spätantiken Wissenstransfers“

Zeit & Ort

27.05.2016

Sitzungsraum des Sonderforschungsbereichs 980 „Episteme in Bewegung“,
Schwendenerstr. 8,
14192 Berlin

Weitere Informationen

Um Anmeldung wird gebeten:

Nora.Schmidt@fu-berlin.de