Institutionengeschichte als Geschlechtergeschichte: Neue Perspektiven auf das Verhältnis von Wissen und gender

20.05.2014

Workshop konzipiert und organisiert von Anita Traninger in Kooperation mit dem IZ Geschlechterforschung und dem IZ Mittelalter – Renaissance – Frühe Neuzeit
   

Bildungsinstitutionen haben sich im Okzident traditionell über geschlechtliche Segregation konstituiert – die Gemeinschaft der Gelehrten war traditionell und bis in das 20. Jahrhundert eine Gesellschaft ohne Frauen. Und nicht nur das, es handelte sich um eine Vergemeinschaftung in expliziter Negation des Weiblichen. Lange Zeit war der präferierte Ansatz für die Kritik an diesen historischen Selbstverständlichkeiten, Frauen in der Geschichte gelehrter Institutionen sichtbar zu machen. Damit fokussierte die Forschung notwendig auf jene relativ raren Fälle, in denen Frauen Zugang zu Institutionen erkämpften oder aber sich alternative Räume für gelehrte Kommunikation schufen.

 Dass die Institutionen über den Ausschluss der Frauen hinaus freilich sich nicht genderneutral konstituiert haben, sondern vielmehr gerade durch ihre Homosozialität einen geschlechtlichen Index tragen, wurde bisher nur in Ansätzen beleuchtet. In jüngster Zeit wurde den Praktiken, Habitus, Traditionen und Ritualen von Universitäten und Schulen gesteigertes Forschungs­interesse zuteil. Wie sie mit der spezischen genderedness dieser Institutionen zusammenhängen, ist bisher noch kaum diskutiert worden. Für die kunst- und literaturwissenschaftlichen Disziplinen stellt sich zudem die Frage, wie sich dieses homosoziale Ausbildungssystem in die künstlerische und die literarische Produktion übersetzt und welche Analyseansätze sich für die Integration dieser Forschungs­perspektive eignen.

Perspektivisch soll es bei dem Workshop um die Frage gehen, wie eine Institutionengeschichte als Geschlechter­geschichte aus Sicht der unterschiedlichen Fächer anzulegen wäre, wo ihre Probleme liegen und wie sich historische Forschung und aktuelle Gleichstellungsdebatten verschalten lassen.

Kontakt: PD Dr. Anita Traninger, anita.traninger[at]fu-berlin.de

Ausführliche Informationen sowie das Workshopprogramm finden Sie hier.

Zeit & Ort

20.05.2014

SFB-Villa, Schwendenerstraße 8, Sitzungsraum, 14195 Berlin-Dahlem