Alchemie und Dichtung um 1600

Das Seminar findet im Rahmen des Teilprojektes A06 "Alchemia poetica" des Sonderforschungsbereichs 980 "Episteme in Bewegung" statt und ist Teil des Pilotprojekts "Forschungsorientierte Lehre". Gelesen werden wissensvermittelnde Texte, die von ihrer Form her einer poetisch verfahrenden Alchemie zugerechnet werden können, indem sie sich z.B. narrativer oder bildlicher Elemente bedienen. Der Begriff der Alchemie bezeichnet dabei in der Frühen Neuzeit ein Spektrum, das von der Transmutationsalchemie mit dem Ziel der Goldherstellung über Chemie und Biochemie bis zur Pharmazeutik und Medizin reicht. Das Wissen, das diese Texte vermitteln, reicht von einem technisch-praktischen Wissen um chemische Prozesse bis hin zu einem im weitesten Sinne mystischen Wissen der Selbsterfahrung als Gotteserfahrung. Die Lektüre dieser Texte setzt dem entsprechend die Bereitschaft voraus, die Grenzen zwischen Literatur-, Wissenschafts- und Religionsgeschichte zu überschreiten. Indem diese Texte von der Forschung bisher kaum oder gar nicht erschlossen worden sind, bietet das Seminar die Möglichkeit, Methoden und Schwierigkeiten der Grundlagenforschung im Bereich der Frühen Neuzeit kennenzulernen.

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TypHauptseminar
Dozent/inPD Dr. Volkhard Wels
SemesterWintersemester 2016/2017
Veranstaltungsumfang2 SWS
RaumHabelschwerdter Allee 45 JK 31/102
Beginn24.10.2016
Zeit

Donnerstag, 18–20 Uhr

Literaturliste

Lateinkenntnisse sind dabei von Vorteil, aber nicht vorausgesetzt. Zu den Texten, die gelesen werden, gehören etwa das "Rosarium Philosophorum", die "Atalanta fugiens" Michael Maiers, die "Chymische Hochzeit Christiani Rosenkreutz" Johann Valentin Andreaes, der "Lambspring" und der "Kleine Bauer". Die teilweise schwer zugänglichen Texte werden in digitalisierter Form zur Verfügung gestellt. Ein genauer Seminarplan und ein Link zum download der Texte können auch gerne schon vor Beginn des Seminars per mail angefordert werden.