Meister-Schüler-Beziehungen im euro-asiatischen Raum: Spannungen, Brüche, Konstruktionen

(14807)

TypForschungsseminar
Dozent/inProf. Dr. Almut-Barbara Renger, Dr. Tudor Sala
SemesterSoSe 2015
Veranstaltungsumfang2 SWS
Zeit

17.04. (12-14h); 24.04. (12-18h); 25.04. (12-18h); 08.05. (12-18h); 09.05. (12-18h)

Kommentar

Meister-Schüler-Beziehungen sind seit der Antike in Religionen des euroasiatischen Raums präsent und bedeutsam. Ihre Erforschung beschränkt sich jedoch traditionell auf die jeweilige, i.d.R. männliche Figur des Lehrers/Meisters und institutionelle Perpetuierungen der Beziehung in Tempeln, Schreinen, Schulen, Klöstern und formalisierten Netzwerken. Demgegenüber nimmt unser Seminar auch und insbesondere das Phänomen der Meister-Schüler-Beziehung abseits bekannter Institutionen sowie weibliche Akteure in den Blick. Einen Schwerpunkt der Betrachtung bilden dabei die der Beziehung inhärenten Spannungen und Probleme bis hin zu Missbrauch und Korruption. Durch den Blick hierauf, sowie auf Rolleninversionen („reverse leadership“) und mögliche Brüche in der Meister-Schüler-Beziehung, sollen deren traditionsgängige Idealisierungen (z.B. in Hagiographien) hinterfragt werden. Ziel ist es, die vielfältigen Dynamiken der Beziehung und ihre, je nach Kultur unterschiedliche, soziale Konstruiertheit zu erschließen. Zu diesem Zweck werden die Studierenden in einzelnen Sitzungen an ausgewählte Quellen aus verschiedenen Forschungsgebieten herangeführt, mit Forschungsmethoden und -fragestellungen der Religionswissenschaft vertraut gemacht und in einer Reihe von Präsentationsmethoden geschult. Das Seminar richtet sich an Studierende im B.A.- und M.A.-Studiengang, ist grundsätzlich aber auch für Promovierende und andere Interessierte offen.

 

Einführende Literatur:

– Almut-Barbara Renger (Hrsg.), Meister und Schüler in Geschichte und Gegenwart: Von Religionen der Antike bis zur modernen Esoterik, Göttingen 2012.

– Victoria Kennik und Arvind Sharma (Hrsg.), Spiritual Masters of the World’s Religions, Albany, NY 2012.